Nach der Gründung der Armenischen Demokratischen Republik im Jahre 1918 wurde Dr. James Greenfield zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Republik Armenien in Berlin ernannt. James Greenfield, geboren am 17.03.1873 in Tabris, Sohn von Isahak Greenfield und Hripsime Bshschkjan, wurde in seiner Geburtsstadt in der armenisch-apostolischen Kirche getauft. Mit sieben Jahren schickt der Vater James nach Deutschland. Er besuchte in Güstrow die christliche Sekundärschule und nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften an der Universität in Leipzig. Neben seinen Muttersprachen armenisch und deutsch beherrschte er auch die persische, türkische und kurdische Sprache. 1899 heiratete er Katharina Tumanjan. Nach der Heirat weilte die Familie mit ihren 3 Sönnen in Jerewan, Baku und Tiflis.
Das Amt als Botschafter in Berlin bekleidete er nur zwei Jahre (1920, Beendigung der Unabhängigkeit der Republik Armenien und Eingliederung in die Sowjetunion), aber zwei Jahrzehnte war er stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Armenischen Gesellschaft (DAG) und setzte sich für seine armenischen Landsleute und ihre vielfältigen Belange aktiv ein. James Greenfield ist Autor von mehreren Büchern, u.a. "Die Verfassung des Staates Iran", womit er 1904 an der Universität Tübingen den akademischen Titel des Doktors der Rechtswissenschaften erlangte.
1934 räumte James Greenfield abermals seinen Berliner Wohnsitz und machte Teheran zu seinem letzten Domizil. Hier wurde er zum Vorsitzenden der Kirchenverwaltung der armenischen Kirche gewählt. Am 21. Oktober 1939 starb Greenfield und wurde auf dem armenischen Friedhof in Teheran beigesetzt.
Nach dem Zerfall der UdSSR und der Unabhängigkeitserklärung der Republik Armenien 1991 war Deutschland einer der ersten Staaten der internationalen Weltgemeinschaft, der die Unabhängigkeit der Republik Armenien anerkannte und diplomatische Beziehungen begann.
Im November 1994 entsandte Armenien seinen ersten Botschafter Dr. Felix Mamikonian in die wiedervereinigte Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Im Januar 1995 wurde der Botschafter der Republik Armenien offiziell akkreditiert. Der Sitz der Botschaft: Viktoriastraße 15, Bonn Bad-Godesberg. Als Nachfolger kam 1998 Dr. Ashot Voskanian nach Bonn.
Mit dem Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin hat auch Armenien den Sitz seiner diplomatischen Mission in Berlin gesucht. Mit der Unterstützung der Diözese der Armenisch-Apostolischen Kirche in Deutschland, des Armenischen Unternehmer-Vereins in Deutschland und der Finanzierung der Regierung der Republik Armenien wurde im Oktober 1999 das erste Botschaftsgebäude in Berlin gemeinsam erworben. Von November 1999 bis November 2005 war der Sitz der Botschaft in der Hillmannstraße 5, Berlin-Hermsdorf. Die in Deutschland lebenden Armenier nannten das Gebäude "Das Armenienhaus".
Im Februar 2002 übernahm Frau Karine Kazinian nach Ihrer Ernennung als Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland durch den Staatspräsidenten der Republik Armenien die Nachfolge von Dr. Voskanian. Bis zum Amtsantritt als stellvertretende Außenministerin der Republik Armenien im Jahre 2009 leitete sie die Mission in Berlin.
Im November 2005 zog die Botschaft der Republik Armenien mit dem Erwerb des neuen Botschaftsgebäudes von der Hillmanstraße 5 in die Nussbaumallee 4, Berlin-Charlottenburg um.